SkF Karlsruhe: Auflösung des Betreuungsvereins nach 33 Jahren
Mit bewegenden Worten, eindrucksvollen musikalischen Beiträgen und der Würdigung langjähriger Leistungen wurde am vergangenen Wochenende der Betreuungsverein des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Stadt- und Landkreis Karlsruhe e.V. offiziell verabschiedet.
Der SkF Karlsruhe ist ein seit über einem Jahrhundert aktiver Frauen- und Fachverband in der Region. Mit rund 200 hauptamtlichen Fachkräften und zahlreichen Ehrenamtlichen engagiert sich der SkF in vielfältigen sozialen Arbeitsfeldern - von Frauen- und Familienberatung über Kindertagesstätten und stationäre Einrichtungen wie dem St. Antoniusheim bis hin zur rechtlichen Betreuung.
In ihren Begrüßungsworten machte Catrin Kowalski, Vorstandsvorsitzende des SkF Karlsruhe, deutlich, dass die Schließung des Betreuungsvereins eine schwere Entscheidung war. Mit großer Wertschätzung würdigte sie die Arbeit der hauptamtlichen Betreuer:innen, die mit Fachwissen, Geduld und persönlichem Einsatz Menschen in oft schwierigen Lebenssituationen begleitet, unterstützt und vertreten haben. Ebenso dankte sie den ehrenamtlichen Betreu-erinnen und Betreuern, die Zeit, Kraft und persönliches Engagement eingebracht und eine anspruchsvolle, häufig unsichtbare Aufgabe übernommen haben. Ohne dieses freiwillige En-gagement, betonte Kowalski, wäre die Arbeit des Betreuungsvereins nicht möglich gewesen.
Im Anschluss an die ersten Worte folgte ein musikalischer Beitrag der Schlagzeugerin Leonie Klein, der dem Abschied eine besondere Atmosphäre verlieh.
In ihrer Rede knüpfte Ulrike Hörnisch, Referentin Rechtliche Betreuung des SkF-Diözesan-vereins für die Erzdiözese Freiburg e. V., an die Klangwelt der Schlagzeugmusik an. So wie Klänge Brücken schlagen und Menschen berühren, habe auch die Arbeit des Betreuungsver¬eins Brücken in die Lebenswelten der betreuten Menschen gebaut. Hörnisch betonte die recht¬liche Bedeutung der Betreuung, die durch das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtli¬chen wesentlich zur Selbstbestimmung und Teilhabe der betreuten Menschen beigetragen habe. Zugleich wies sie auf die anhaltende Unterfinanzierung des Betreuungsrechts hin: In den vergangenen drei Jahren hätten bereits mehrere große Betreuungsvereine innerhalb der Erzdiözese Freiburg schließen müssen. "Wir dürfen nicht lautlos schließen, wir müssen jede Schließung an die große Glocke hängen", so Hörnisch.
Monika Haug, ehemalige langjährige Mitarbeiterin des Betreuungsvereins, erinnerte daran, dass es sich um den ältesten Betreuungsverein Karlsruhes handelte. Mit großer Dankbarkeit blickte sie auf die Zusammenarbeit mit den vielen ehrenamtlich Engagierten zurück. Besonders die Ehrenamtstage seien Höhepunkte gewesen, bei denen Gemeinschaft, Austausch und gegenseitige Ermutigung spürbar wurden.
Die Geschäftsführerin des SkF Karlsruhe Katja Schümer erläuterte die finanziellen Hintergründe der jüngsten Entscheidungsprozesse. Trotz gestiegener Aufgaben im Betreuungsverein konnte die Finanzierung nicht in einer ausreichenden Größenordnung gesichert werden. Folglich sei es bedauerlicherweise nicht mehr möglich gewesen, den Betrieb weiter aufrechtzuerhalten. "Der Bedarf in diesem Tätigkeitsfeld nimmt weiter zu und gewinnt an gesellschaft¬licher Bedeutung", betonte die Geschäftsführerin. Sie verwies auf die enorme Verantwortung, die ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer über Jahre hinweg übernehmen - oftmals für Menschen, die ihnen völlig fremd sind. Sie unterstrich die Notwendigkeit, diese wichtigen Aufgaben durch geeignete Unterstützungsstrukturen zu stärken, damit Ehrenamtliche ihre Arbeit zuverlässig erfüllen und Betroffene die ihnen zustehende Begleitung erhalten können.
Den Abschluss der offiziellen Worte bildeten die Dankesworte von Pfarrer Erhard Bechtold, geistlicher Beirat des SkF Karlsruhe, der allen Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Unterstützer:innen für ihren langjährigen und unermüdlichen Einsatz dankte.
Trotz der Traurigkeit über das Ende des Betreuungsvereins gelang es Leonie Klein zum Schluss mit einem selbst komponierten Stück und einer beinahe artistischen Darbietung, die Stimmung noch einmal zu wandeln und ein Lächeln in viele Gesichter zu zaubern - ein Trommelwirbel für die Ehrenamtlichen zum Abschied.
jodo-foto. Jörg Donecker