SkF Recklinghausen: Notinsel-Netzwerk wird weiter ausgebaut
In Recklinghausen wächst ein Netzwerk von sicheren Anlaufstellen für Kinder: Der SkF Recklinghausen e. V. hat dazu das bundesweite Projekt "Notinsel" in die Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets geholt und gewinnt dafür immer mehr Partner:innen.
Ob auf dem Schulweg, beim Spielen oder unterwegs in der Innenstadt: Kinder können in Situationen geraten, in denen sie schnell Hilfe brauchen. Genau hier setzt das Projekt "Notinsel" der Deutschen Kinderschutzstiftung "Hänsel+Gretel" an. Geschäfte, Einrichtungen, Praxen oder andere öffentlich zugängliche Orte, die mit dem Notinsel-Zeichen gekennzeichnet sind, signalisieren Kindern: Hier bekommst du Hilfe. Mittlerweile gibt es 35 Notinseln.
In Recklinghausen wird der Ausbau des Netzwerks vom Stadtteilmanagement Süd des SkF Recklinghausen begleitet. Stadtteilmanager Denis Köhler spricht Einrichtungen an, erklärt das Konzept und unterstützt neue Partner bei der Umsetzung. Ziel ist ein möglichst dichtes Netz von Anlaufstellen, das Kindern im Alltag Sicherheit gibt.
"Notinseln sind niedrigschwellige Hilfe im besten Sinne", sagt Köhler. "Kinder müssen im Ernstfall nicht lange überlegen, wohin sie gehen können. Das sichtbare Zeichen an der Tür zeigt ihnen: Hier ist jemand, der dich ernst nimmt und dir hilft."
Das Projekt ist zugleich mehr als eine Soforthilfe im Einzelfall. Es stärkt die Aufmerksamkeit für Kinderschutz im öffentlichen Raum und macht deutlich, dass Verantwortung für Kinder nicht nur bei Familien, Schulen oder Jugendhilfe liegt. Auch Apotheken, Kanzleien, soziale Einrichtungen, Vereine, Geschäfte und andere Orte können Teil eines stadtweiten Schutznetzes werden.
"Wir erleben, dass viele Menschen sofort verstehen, worum es geht", berichtet Köhler. "Es braucht nicht immer große Strukturen, um Kindern Sicherheit zu geben. Manchmal beginnt es mit einer offenen Tür, einem aufmerksamen Blick und der Bereitschaft, im richtigen Moment zu helfen."
Für den SkF Recklinghausen passt das Projekt eng zum eigenen Selbstverständnis. Der Ortsverein ist in vielen Bereichen für Kinder, Familien und Menschen in schwierigen Lebenslagen tätig. Mit den Notinseln wird diese Arbeit im Stadtbild sichtbar und in die Nachbarschaft hineingetragen.
"Kinderschutz gelingt besonders gut, wenn viele mitmachen", sagt SkF-Vorsitzende Jutta Beeking. "Deshalb freuen wir uns über jede neue Notinsel. Jede Anlaufstelle schließt eine Lücke und macht Recklinghausen ein Stück sicherer für Kinder."
Interessierte Einrichtungen, die selbst Notinsel werden möchten, können sich an das Stadtteilmanagement Süd des SkF Recklinghausen wenden und sich direkt auf der Homepage https://www.notinsel.de/ registrieren.
Auch der Caritas-Jugendtreff im Recklinghäuser Stadtteil Hillerheide macht mit: SkF-Stadtteilmanager Süd Denis Köhler (v. r.) übergibt den Notinsel-Aufkleber für Fensterscheibe und Eingangstür an die Sharou Ebers und Björn Schmidt-Freistühler aus dem Caritas-Team. SkF Recklinghausen