SkF Frankfurt: Freiwilligendienste unverzichtbar für junge Menschen und soziale Einrichtungen
Einig waren sich alle: Freiwilligendienste sind unverzichtbar - sowohl für die persönliche Entwicklung junger Menschen als auch für soziale Einrichtungen.
"Ohne die Unterstützung der Freiwilligen könnten viele Angebote gar nicht mehr aufrechterhalten werden", betonte Heike Sienel, Geschäftsführerin des Monikahauses. Angesichts des Fachkräftemangels helfen die Freiwilligen, die Vielfalt der Angebote zu sichern und die Fachkräfte tatkräftig zu entlasten.
Dr. Lieb, unter anderem Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag, setzt sich auch für den Erhalt und Ausbau der Freiwilligendienste ein: "Abbau von Bürokratie ist eine Daueraufgabe der Politik. Wir brauchen Entbürokratisierung und Digitalisierung, um Verwaltungsprozesse zu beschleunigen - nicht zuletzt bei Freiwilligendiensten."
Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Streichung von Freiwilligendiensten und die Kürzungsbeschlüsse der Bundesregierung fatale Folgen gehabt hätten. Eine der erfolgreichsten Petitionen in der Geschichte der Bundesrepublik zur Stärkung des Freiwilligendienstes, die über 100.000 Unterschriften sammelte, habe diesen Einschnitten entgegengewirkt.
Vorteile von Freiwilligendiensten für junge Menschen sind vielfältig: Sie bieten eine optimale Berufsorientierung und fördern die Persönlichkeitsentwicklung. Das bestätigten die Freiwilligen beim Austausch: "In der Schule fehlt es oft an Informationen", so die 19-jährige Rebecca. Sie absolviert gerade ihr FSJ im MoniKaffee, der Familienbildungsstätte des Monikahauses. Sie hat Freude daran, Kinder mit besonderem Förderbedarf zu unterstützen. Diese Erfahrung motiviert sie dazu, eine Ausbildung zur Ergotherapeutin zu beginnen. Eine andere Freiwillige berichtete, ihr FSJ motiviere sie, wieder in die Schule zu gehen, da sie nun verstehe, dass lernen sich lohne.
Alle Freiwilligen äußerten sich sehr zufrieden über ihre Erfahrungen im Monikahaus. Sie lobten die Aufnahme ins Team, die Möglichkeit verschiedene Bereiche kennenzulernen und die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit. Einzig das Taschengeld sei zu gering.
Michael Ziegler, der auch Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste Hessen ist, lobte die Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Monikahaus und die planvolle Vorgehensweise bei der Vermittlung von Freiwilligen. Eine eintägige Hospitation vor Vertragsschluss reduziere die Abbrecherquote erheblich.
Freiwilligendienste sind eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Heike Sienel wies darauf hin, dass Freiwilligendienste im Hinblick auf den eklatanten Fachkräftemangel und die zeitliche Überforderung der Fachkräfte in sozialen Einrichtungen unverzichtbar seien. "Sie helfen, die Vielfalt unserer Angebote zu sichern, denn die jungen Menschen entlasten die Kolleg:innen im Haus tatkräftig. Auch die betreuten Kinder und Jugendlichen profitieren sehr, weil die Freiwilligen einfach Zeit haben," erklärte sie.
Für ausländische Freiwillige sind die Dienste eine Chance auf Integration, Berufserfahrung und Spracherwerb, betonte Michael Ziegler von der Limburger Fachstelle. Allerdings gebe es Visa-Probleme, wenn sie im Anschluss in Deutschland eine Ausbildung machen und arbeiten wollen. Häufig sei der Rückkehrwille Bedingung für die Erteilung eines Visums. Dr. Lieb unterstützte dies: "Es ist fair, die Leute in Deutschland auszubilden, statt den Herkunftsländern Fachkräfte abzuwerben."
Dr. Lieb zeigte sich begeistert vom Austausch im Monikahaus: "Freiwilligendienst ist ein wertvolles Mittel gegen Fachkräftemangel, für gesteuerte Migration und vor allem für die Freiwilligen selbst", meinte der FDP-Politiker. Wichtig sei für junge Menschen, herauszufinden, wofür man sich beruflich begeistern könne. "Denn wenn man Spaß hat, wird man auch richtig gut."
v. l. Dr. Thorsten Lieb (FDP-Bundestagsabgeordneter), Michael Ziegler (Leiter Fachstelle Freiwilligendiente Bistum Limburg), Maya (FSJ im Monikahaus), Birgit Bertelsmann (Leitung Frühe Hilfen Monikahaus), Rebecca (FSJ im Monikahaus), Sandra Cappenberg (KiFaZ-Koordinatorin Monikahaus), Salma (FSJ im Monikahaus), Manuela Schäfer (Leitung KiFaZ), Heike Sienel (Geschäftsführerin SkF Familienzentrum Monikahaus) © Familienzentrum Monikahaus
Was ist das Familienzentrum Monikahaus?
Das Familienzentrum Monikahaus mitten im Gallus begleitet das (Auf-)Wachsen von Kindern und Jugendlichen. Wir sind eine moderne, soziale Einrichtung mit vielfältigen, integrierten und vernetzten Angeboten in den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, Beratung sowie Familienbildung unter einem Dach.
Gegenseitige Wertschätzung, wachsame (Für-)Sorge, Verbundenheit und christliche Werte bestimmen unsere Haltung und unser Miteinander. Unser Handeln basiert auf Verantwortlichkeit, Präsenz und transparenter Kommunikation.
Mit vielfältigen Angeboten ist hier ein multiprofessionelles Team aus Pädagog:innen, Lehrkräften, Erzieher:innen, Verwaltungsfach- und Hauswirtschaftskräften für die Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern da: Die Angebotspalette reicht von "Frühen Hilfen" für werdende und junge Eltern, Unterkunft für geflüchtete Frauen und ihre Kinder, Kinderkrippe und Kita über die Monikahaus-Schule - einer privaten, staatlich genehmigten Förderschule für emotional-soziale Entwicklung - bis hin zu ambulanten, stationären und teilstationären Erziehungshilfen.
Mehr als 180 Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Qualifikationen arbeiten bei uns im Familienzentrum. Als Arbeitgeber sind uns ein partnerschaftliches Miteinander und die gemeinsame Verantwortung aller für unsere Klientinnen und Klienten besonders wichtig. Trägerverein unserer Einrichtung ist der SkF, der Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Ortsverein Frankfurt am Main.