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Pressemitteilung, 1. April 2004

SkF Frühjahrszentralrat

Untersuchung zu Babyklappen beschlossen


Der Frühjahrszentralrat des Sozialdienst katholischer Frauen tagte vom 29. bis 31. März in der katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg. Gut 100 Teilnehmerinnen wurden von der Bundesvorsitzenden Maria Elisabeth Thoma begrüßt. In ihrer Eingangsrede verwies sie darauf, dass das dreitägige Treffen vor allem durch die Klärung von Grundfragen der verbandlichen Arbeit geleitet werde, damit der SkF auch künftig seiner anwaltschaftlichen Aufgabe Frauen, Kindern, Jugendlichen und Familien in schwierigen Lebenslagen fachlich zu beraten und unterstützen gerecht werde.

Das facettenreiche Arbeitsprogramm wurde bestimmt von den Themen Jugendhilfe, der Positionierung zur Babyklappe sowie durch das Fachthema Migration.

Die bundespolitische Akzentuierung des Themas Bildung, Betreuung und Erziehung beeinflusst die Arbeit des SkF im Bereich Kinder- und Jugendhilfe maßgeblich. Der Verband engagiert sich zurzeit besonders für den Ausbau seiner seit Jahrzehnten existierenden Ganztagsangebote für Schulkinder sowie schülerbezogene sozialpädagogische Angebote. Die Bestandsaufnahme seiner erfolgreichen Kooperationsmodelle von Schule und Jugendhilfe zur „offenen Ganztagsschule“ wird der Verband demnächst vorlegen. Ferner wird mit Hochdruck an Eckpunkten zur Qualität von Ganztagsangeboten aus Sicht der Jugendhilfe gearbeitet.

Zum ersten Mal in der über 100jährigen Geschichte des Frauenverbandes - so der Beschluss der Zentralratsmitglieder in Freiburg - wird ein „SKFM“ (Sozialdienst katholischer Frauen und Männer), aus Gelsenkirchen, als korporatives Mitglied in den Verband aufgenommen.

Die Mitglieder des Zentralrates beschlossen, die Babyklappen nicht zu schließen. Im Zusammenhang mit den SkF Angeboten Babyklappe, anonymer Geburt und so genannten Moses- Projekten wurde festgestellt, dass die Ortsvereine des SkF aus der Überzeugung dem Lebensschutz zu dienen und Frauen in extremen Notlagen zu helfen, Babyfenster und andere Angebote installiert haben. Allerdings konnte aufgrund vorliegender Zahlen und Erfahrungen nicht verifiziert werden, ob das Ziel, die Tötung Neugeborener zu verhindern, überhaupt erreicht wird. Fakt sei, dass Frauen, die ihr Kind in eine Babyklappe legten, keinen Zugang zu den bestehenden Hilfeangeboten gefunden hätten. Deshalb muss in einer wissenschaftlichen Auswertung die Frage geklärt werden, warum Frauen in Notlagen die herkömmlichen Hilfeangebote wie Schwangerschaftsberatung, Mutter-Kind-Einrichtungen sowie Adoptions- und Pflegekinderdienste nicht in Anspruch nähmen. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse wird es dann zu einer Bewertung der Angebote kommen. Unterstützung in der Klärung dieses Anliegens erwartet sich der SkF von der Jugendministerkonferenz und der Deutschen Bischofskonferenz. Es handele sich um ein Anliegen von gesamtgesellschaftlicher Relevanz.

Das Fachthema Migration wurde mit Unterstützung zahlreicher Experten u.a. Prof. Dr. Boos-Nünning, Fachfrau für Migrationsforschung und Ausländerpädagogik, als zukunftsweisendes Thema für den Verband behandelt. Demographische Entwicklungen in der Bevölkerungsstruktur erfordere eine verstärkte multikulturelle Orientierung der fachlichen Arbeit des SkF, da Migrantinnen und Migranten in allen Handlungsfeldern des SkF bereits Hilfen und Beratung in Anspruch nähmen.


Referate zum Thema Babyklappe / Vertrauliche Geburt

Referat zum Fachthema Migration

  • Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning “Frauen in der Migration”