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Pressemitteilung
Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt gehen zu Lasten von Familien
Dortmund, 16. November 2004 – „Die aktuellen Verhandlungen über eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit, eine Reduzierung des Jahresurlaubs, erhöhte zeitliche und örtliche Flexibilität von Arbeitnehmer/innen und vieles andere mehr gehen zu Lasten von Familien“. Das betont die Arbeitsgemeinschaft Interessenvertretung Alleinerziehende (AGIA) in einer heute in Dormund veröffentlichten Stellungnahme. Erwerbstätige Mütter und Väter hätten es unter derart verschlechterten Bedingungen zukünftig schwerer, Beruf und Familie zu vereinbaren und gemeinsame Zeit für Kinder und Partnerschaft zu finden. Zudem bewirke die Verdichtung der Arbeit, die Erhöhung der Anforderungen und die allgemeine Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes Stress, der das Familienleben belastet und das Erkrankungsrisiko erhöht.
Darauf machen Untersuchungen zur Situation von allein Erziehenden und ihren Kindern aufmerksam. Sie verdeutlichen, dass ein Zuviel an Arbeit, zum Beispiel durch weite Anfahrtswege und eine hohe Anzahl an Wochenarbeitsstunden, verbunden mit der Alleinzuständigkeit für die alltägliche Versorgung des Kindes/der Kinder und der Haushaltsführung nicht selten zu Erkrankungen führen. Auf der anderen Seite haben zu wenig Arbeit, ausgelöst durch Arbeitslosigkeit oder geringfügige Beschäftigung, und ein geringes Einkommen ebenfalls vielfältige Belastungen zur Folge.
„Besonders problematisch wird ab Januar 2005 die Situation der von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien“, so die AGIA. Viele von ihnen würden, beispielsweise aufgrund der verschärften Anrechnung von Partnereinkommen auf das Arbeitslosengeld, Einkommensverluste haben und bereits nach einjährigem Bezug von Arbeitslosengeld auf ein Einkommensniveau absinken, das nur knapp über dem heutigen Sozialhilfesatz liege.
Die AGIA fordert deshalb, Erziehungsleistungen im Erwerbsleben stärker zu berücksichtigen und im Hinblick auf die Zumutbarkeit von Arbeitsangeboten im Rahmen von Hartz IV familiengerechte Kriterien zu entwickeln.
„Die aktuellen politischen Bemühungen um bessere Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Familie z.B. durch den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote werden durch die zuvor beschriebenen Entwicklungen jedenfalls konterkariert“, stellt die AGIA fest.
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